TEIL I
Hallo liebe Freunde,
das nun schon nicht mehr ganz frische Jahr ist bereits einen Monat alt und eine Weile schreibe ich jetzt auch schon an diesem Artikel. Zwischen dem Alltag, der bereits schon wieder in vollem Gange ist, und dem was man Wochenende nennt. Und gerade deshalb mรถchte ich mich mit einem Rรผckblick auf das alte Jahr besinnen und meine fotografischen „Lichtblicke“ aus 2020 hier mit euch teilen. Auch noch jetzt im Februar. Es tut wirklich gut auf die schรถnen Seiten des letzten Jahres zu schauen. Nicht alles war ganz schlecht und auch in 2020 gab es nicht nur Negatives. Auch wenn dies gefรผhlt manchmal รผberwiegen mochte und einem die Pandemie doch mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, gab es trotzdem tolle Erlebnisse, Begegnungen, neue Freundschaften und auch kleinere Reisen. Natรผrlich ist dabei das Thema Corona omniprรคsent und hat auch schon zwei Artikel in meinem Blog gewidmet bekommen. Es ist eben nicht wegzudenken. Und ja, es fehlt uns allen im Moment so einiges und man kรถnnte manchmal verzweifeln, aber es wird ganz bestimmt auch alles wieder kommen und langsam vieles wieder mรถglich sein.
Auf die positiven Seiten des Jahres aus meiner Sicht mรถchte ich hier also gerne zurรผckschauen und etwas in den fotografischen „Lichtblicken“ und schรถnen Erlebnissen und wunderbaren Begenungen schwelgen. Dabei sollen aber auch wichtige Ereignisse wie „Black Lives Matter“ nicht fehlen oder ausgeblendet werden.
Gegliedert ist diese Rรผckschau ganz klassisch in Monaten. Ich hab das Jahr aber in zwei Teile gesplittet, da sonst der Artikel einfach zu groร werden wรผrde (Teil II folgt). Ich habe versucht in jedem Monat ein paar Dinge hervorzuheben, nicht alles herein zu nehmen, aber das fรผr mich wichtigste. In einigen Monaten war das mehr und in anderen weniger. Es kann auch sein, dass es zu einzelnen Themen noch einen eigenstรคndigen Artikel geben wird, wenn diese den Rahmen hier sprengen. Zu anderen Themen wiederum gab es bereits Artikel, auf die ich natรผrlich verweisen werde.
รber jegliches Feedback freue ich mich natรผrlich sehr. Auch kรถnnt ihr mir gerne eure eigenen fotografischen Erfahrungen aus 2020 schildern oder auf entsprechende Artikel auf eurer Webseite hinweisen. Einfach in die Kommentare schreiben.
Viel Spaร also beim Lesen und betrachten der ersten Teils meiner Lichtblicke von Januar – Juni 2020!
Januar
Die Pandemie gab es noch nicht, zumindest nicht in unseren Kreisen und man konnte nicht glauben, dass wir noch in diesem Quartal einen Shutdown erleben werden, wie es ihn so noch nie gegeben hatte. Also zog es mich im Januar vรถllig unbeschwert nach Kรถln zum ersten Photowalk Cologne von Soul Of Street in 2020. Ein ganz besonderer Tag, da wir den „Walk“ diesmal im Museum Ludwig verbrachten. Hier traf ich unter anderem auf viele bekannte Gesichter und Freunde und durfte Hendrik Lohmann sowie Daniel Krummenรถhler kennenlernen, worรผber ich mich sehr freute. Beide habe ein mehr als beachtliches Portfolio aufzuweisen und sind einfach sehr sympathische Menschen. Ein schรถner Tag, der mit einem gemeinsamen Essen in der „Schreckenskammer“ und anschlieรend bei einem Cocktail in der Kunst Bar endete.

Der Rest der Truppe wartet auf die รffnung der „Kunst Bar“ am Domplatz.
Februar
Im Februar war mehr los als man dachte. Zum einem war Karneval und zum anderen setzte ich mich erstmals richtig bewusst mit Licht und Schatten in meiner Street Photography auseinander. Zudem ist wohl das ungewรถhnlichste Foto des Jahres entstanden. Ein Freund (Hallo Ivan!) bezeichnete es als „Street Avantgarde“ und ich glaube das ist gar nicht so unpassend . Einen Hang zum abstrakten hatte ich schon immer. Und wer sagt Fotos mรผssen immer nur scharf sein? Ich stellte meine Kamera auf eine 1/15s, fokussierte manuell und suchte mir einen Spot in einer Frankfurter U-Bahn Station und verweilte und experimentierte in aller Ruhe:

Empty Heads
Das zweite Fotos aus dem Februar ist gleichzeitig das erste, dass einen gewissen Stil einleiten sollte. Zumindest denke ich, dass es das zumindest nochmal deutlich gemacht hat. Ich habe inzwischen einen starken Fokus auf minimalistische Fotos, die mit Licht und Schatten, starken Kontrasten sowie Silhouetten spielen.
Karneval mit Danny
Ende des Monats wurde es aber nochmal richtig bunt! Ich war dann tatsรคchlich noch auf dem hiesigen Karneval Umzug, der noch ganz normal stattfinden konnte. Hier traf ich mich zum ersten mal mit Danny Ecker (@his_name_was_ricoh) und wir dokumentierten das Geschehen. Der Trubel war beinahe surreal, wusste man doch schon, was eventuell noch kommen wรผrde. Dennoch war die Stimmung ausgelassen und wir hatten eine menge Freude.
Mit Danny sollte ich mich das ganze Jahr immer wieder mal treffen und wir freundenten uns an. Ein wahrer Lichtblick. Seine Fotografie schรคtze ich sehr, er hat einen spannenden Blick auf die Dinge und es ist immer wieder faszinierend wie er seine Motive auf der Straรe meist vรถllig unbemerkt „einfรคngt“. Schaut bei ihm unbedingt mal vorbei! (@his_name_was_ricoh)
Mรคrz
Und schon sind wir in dem Monat ab dem alles anders werden sollte. Wer fleiรig meinen Blog verfolgt, weiร, dass ich diese Zeit ausfรผhrlich dokumentiert habe. Die Zeit des ersten Lockdowns in Frankfurt im Mรคrz und einen weiteren Blick auf die Straรen in Zeiten von Corona im Mai. Im folgenden daher nur ein paar wenige Fotos aus diesen beiden Artikeln. Klickt auf die รberschriften รผber den Fotos um die Artikel zu lesen.
Im Grunde war ich in den kommenden Monaten meist damit beschรคftigt durch die meist leeren Straรen und teils vollen Plรคtzen zu streifen und das alles mit meiner Kamera irgendwie festzuhalten. Eine seltsame, teils komische, teils auch entspannende und wiederum aufwรผhlende Zeit, die bis heute anhรคlt.
Spazierte und flanierte man Mitte Mรคrz noch durch die Straรen und hortete schonmal vorsorglich Klopapier, sah es nur wenige Tage spรคter ganz anders aus. Wie genau es kurz vor dem Lockdown in Frankfurt aussah lest ihr in diesem Artikel:
Nur ein bisschen Corona am Montag?



In dem weitern Wochen lag die Stadt brach und es kam an einigen Orten zum Stillstand. Vieles war gesperrt, geschlossen, leer und andere Orte aber auch weiterhin prall gefรผllt. Der Frรผhling kam und natรผrlich zog es die Menschen auch nach drauรen. Lest mehr zu diesem ungewohnten Zwiespalt in diesem Artikel aus dem Mai:
Frรผhlingsgefรผhle vs. Coronakrise



Im Mรคrz dominierte zwar der Lockdown, aber es sind auch andere Fotos sind entstanden, die weiterhin eine gewisse Stil Richtung prรคgen sollten, aber auch auf ganze andere Weise den „Lockdown“ zeigen. Fรผr mich hat „Social Distancing“ auch mit Einsamkeit zu tun. Und es war dieser Tage wirklich nicht schwer nur eine Person in seine Komposition mit einzubeziehen. Denn selbst an sonst massiv รผberfรผllten Orten wie am Hauptbahnhof oder am Rossmarkt war kaum etwas los:
April
Auch dieser April machte was er will, mit Einschrรคnkungen fรผr alle. Doch die Menschen kamen dennoch heraus und haben zumindest ein wenig die Natur genieรen kรถnnen. Andere hielten sich an รผberhaupt nichts, belagerten das Main Ufer und groรe Plรคtze in Massen. Eine Zeit voller Ungewissheit neben frรผhlingshafter Temperaturen.
Man konnte vieles im April und den kommenden Wochen nicht tun. Doch eines konnte man und das war fotografieren. Und das tat ich auch soweit es mir mรถglich war. Wie erwรคhnt war ich oft drauรen und ging mit meiner Kamera spazieren und dokumentieren (natรผrlich immer nach den geltenden Regeln).
Neben Corona, wie oben in den genannten Artikeln nachzulesen, gab es aber auch noch andere Motive. So sind im April zwei meiner persรถnlich Favoriten des Jahres entstanden. Das Zweite davon sollte es sogar im Mai auf das Cover der Soul Of Street #29 schaffen.

Easter Eggs

Lichtblick
Mai
Besagtes Foto aus dem April schaffte es zu meiner groรen รberraschung und Freude auf das Cover der Ausgabe #29 des Soul Of Streets Magazin. Die Ausgabe kann noch als digitale Version erworben werden. Die Print Variante ist ausverkauft.


Zusรคtzlich habe ich in dieser Ausgabe in der Rubrik „Die Geschichte Hinter dem Bild“ einen Artikel schreiben dรผrfen. Dabei ging es um ein fรผr mich sehr bedeutsames Foto. Die Geschichte ist auch hier im Blog in einer etwas anderen Version zu finden. Vielen Dank an Soul Of Street an dieser Stelle!
Mit Off Perspective in Dรผsseldorf
Im Mai gab es aber noch einen ganz anderen Lichtblick. Zum einem wurde ich Teil beim Street Photography Kollektiv „Off Perspective“ zu denen ich gefรผhlt schon lรคnger gehรถre. Zusammen mit Reiner Girsch, Daniel Schilling und Sabine Mondorf trafen wir uns auch schon in 2019 immer wieder zum fotografieren, sahen uns auf verschiedenen Walks und besuchten zusammen Stรคdte und Freunde und hatten immer eine menge Spaร dabei. Und ganz nebenbei sind alle zu richtig guten Freunden geworden. Im Mai konnte man sich dann endlicher wieder mal treffen. Zwar unter strengen Bedingungen, aber das war besser als gar nicht. So kam es, dass ich in den Zug nach Dรผsseldorf gestiegen bin und dort Reiner und Daniel getroffen habe. Ganz klar mit dem nรถtigen Abstand. An diesem Tage haben wir es uns natรผrlich nicht nehmen lassen und das „3 Blickwinkel“ Projekt weiter verfolgt. Dazu gibt es auf der Seite von Off Perspective einen Artikel. Am Ende war es ein richtig toller Tag, der vom Corona geprรคgten Alltag ein wenig ablenkte. Zum Abschied gab es eben nur ein Getrรคnk auf der Parkbank und keine Einkehr aber das werden wir alles nachholen!

v.l.n.r Stefan, Reiner, Daniel
Weitere Mailights
Ein weiteren Lichtblick in diesem Monat gibt es noch. Es geht um folgendes Foto, welches ich bei einem Walk ende Mai durch die „neue“ Frankfurter Altstadt zusammen mit Peter Emig und Danny Ecker machte. Wir standen eine weile an dem U-Bahn Eingang Dom/Rรถmer herum und ich sah wie die Menschen hier durch einen Lichtstreifen in Richtung Dom liefen. Jedoch war an diesem sonnigen Tag trotz Corona so viel los, dass es beinahe unmรถglich war hier ein gutes Foto zu bekommen. Doch hatte ich Glรผck und sah diese Frau, die fรผr einen Moment inne hielt und wahrscheinlich die Fassaden der neuen und prunkvollen Gebรคude hier bewunderte. Ich mag es persรถnlich sehr und ein gewisser Freddy Langer (FAZ) interessierte sich auch fรผr dieses Bild. Er wollte dieses Foto gerne in seiner Sammlung aufnehmen, die wohl schon sehr beachtlich ist. Er bot mir einen Print Tausch an, dem ich gerne nachkam. Danke nochmal an dieser Stelle fรผr die nette Begegnung Hr. Langer!

Ohne Titel
Klaus Knopp
Es geht noch ein wenig weiter im Mai. Man hatte beinahe schon das Gefรผhl, dass dieses Corona fast nie dagewesen wรคre. Es ging steil in Richtung Sommer, die Temperaturen waren am klettern und der Virus schien ein wenig Vergessenheit zu geraten. Doch weg war er nie… In der Stadt konnte man sich aber frei bewegen, es gab kaum Einschrรคnkungen und auch noch keine Pflicht die Maske drauรen zu tragen. Fast ein ganz normaler Mai kรถnnte man meinen. An einem sehr sonnigen Nachmittag am Ende des Monats traf ich mich wieder mit Danny und diesmal auch mit Klaus Knopp. Auch Klaus habe ich in 2020 Jahr kennengelernt, dessen Fotos ich wirklich bewundere. Er schafft es eine unfassbar starke Stimmung in beinahe jedem seiner Fotos zu transportieren. Die Atmosphรคre in seinen Fotos รคhnelt manchmal der eines Kino Films. Klaus bezeichnet sich nicht unbedingt als Street Fotograf, er lรคsst sich ungern in Schubladen einordnen, was ich gut nachvollziehen kann. Das zeigen auch seine sehr vielfรคltigen Fotos auf seinem Instagram Account: https://www.instagram.com/knoppklaus/ Klaus kennenzulernen hat mich sehr gefreut und an diesem Tag haben wir uns, glaube ich, alle gegenseitig einen kleinen Schub Motivation und Inspiration gegeben. Zwei weitere Fotos meiner persรถnlichen Highlights aus diesem Jahr sind hierbei nรคmlich entstanden.

The Devil’s Advocate

What if I could kick it like Beckham?
Juni
Es war Hochsommer. Festivals, Konzerte und jegliche groรen Veranstaltungen wurden abgesagt und mal von diesen Dingen abgesehen, bemerkte man manchmal kaum noch, dass wir immer noch mitten in einer Pandemie befanden. Maske tragen wurde fรผr mich zur Normalitรคt, da ich bei meiner tรคglichen Arbeit in einer Klinik sowieso stรคndig eine trage. Immer wenn viele Menschen aufeinander kamen trug ich auch eine drauรen. So auch auf der Black Lives Matter Demonstration am 06.06.20 zu der es mich an diesem Tage gezogen hatte. Danny, Klaus und ich trafen uns um das Geschehen am Rande zu dokumentieren. Doch das war kaum mรถglich und ich war plรถtzlich mitten drin im Geschehen am Rรถmer Berg. Meine beiden Begleiter hatte ich leider verloren aber irgendwann spรคter wieder gefunden. In der Zwischenzeit hielt ich die Eindrรผcke die ich hier erlebte mit meiner Kamera fest. Einen Artikel voller Fotos von diesem wichtigen Ereignis habe ich bereits um Juni her verรถffentlicht und kann hier angesehen werden.
BLACK LIVES MATTER 06.06.2020 FRANKFURT AM MAIN
Mit Off Perspective in Marburg
Endlich kamen wir zu viert wieder einmal zusammen und Sabine, Daniel, Reiner und ich trafen uns in Marburg zum fotografieren und flanieren. Ganz klar, auch hier gab es wieder die „3 Blickwinkel„.
Es war ein wunderbar warmer Frรผhsommertag und wir sind einmal quer durch die Stadt gelaufen bis rauf auf das Landgrafenschloร und zurรผck. Ein schรถner Walk und ein toller Tag, der auch wieder mit Cafรฉ Pausen und Restaurant besuchen mรถglich war. Wie sehr ich so etwas doch vermisse… Einmal in diesem Jahr kamen wir danach nochmal alle in Mainz zusammen. Doch dazu mehr im zweiten Teil des Rรผckblickes.
Weitere Lichtblicke aus dem Juno:
Das erste halbe Jahr endet nun hier und es ist trotz oder gerade wegen der Pandemie einiges passiert. Ich fotografierte jedenfalls sehr viel und das sollte sich auch so weiter durch das Jahr ziehen. Wann immer es mir mรถglich ist gehe ich raus mit meiner Kamera. Fรผr mich gibt es kein besseres Training und ich hab nach wie vor den unersรคttlichen Drang Fotos zu machen. Mir kribbelt es in den Fingern wenn ich diese Zeilen schreiben und ich schaue auch aktuell immerzu nach Mรถglichkeiten zum fotografieren. Geht es euch auch so?
Zum Abschluss des ersten Teils dieses Artikels, noch ein paar Fotos aus dem dem Juni. Ihr ahnt es schon, das Thema Licht und Schatten dominiert. Bieten doch gerade die Sommermonate eine Menge Mรถglichkeiten fรผr so etwas. Ich hoffe ihr hatte bis hierher eure Freude beim Lesen und anschauen der Fotos. Fรผr mich ist es sehr spannend zu sehen, wie ich mich im Laufe des Jahres entwickelt habe und wem ich so alles auf meinem fotografischen Weg begegnet bin und kennengelernt habe. Das sind nรคmlich die wahren Lichtblicke…
Wir sehen uns hoffentlich im zweiten Teil!

Links: Stefan Rechts: Danny Ecker
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